Laufen und Leben...

... ist der Verlag von Werner Sonntag

Auf den folgenden Seiten erscheinen Beiträge zum Laufgeschehen, soweit sie nicht aktuell bei www.laufreport.de eingestellt sind, sowie Buchrezensionen und werden die Titel beschrieben, die über Laufen und Leben zu erhalten sind. Auf der Seite Antiquariat werden antiquarische Bücher angeboten.

Wer Werner Sonntag nicht kennt: Er ist ein Laufpionier aus der Zeit der frühen Volkslaufbewegung und aus dem Kreis um Dr. Ernst van Aaken. Als Journalist   begleitet er die deutsche Laufszene seit 1968.



Beim 100-km-Lauf von Biel am 11./12. Juni 2010 auf der Holzbrücke von Aarberg, beendet bei km 76,6 in Bibern (16:40:36 Stunden)

Foto: Alpha Foto

Im Alter laufen

An dieser Stelle stehen Nachrichten, Informationen und Kommentare zum Thema Laufen und Walken im Alter. Die Mitwelt - Veranstalter und Medien - muß sich daran gewöhnen, daß wir, die Senioren, eine Zielgruppe sind. Allzu oft wird die gelaufene Zeit als das Maß aller Dinge betrachtet. In der Vergangenheit hat dies oftmals dazu geführt, daß sich leistungsstarke Läufer zurückgezogen haben, wenn sie mit Jüngeren nicht mehr konkurrieren konnten. Ich möchte zu einer anderen Sichtweise anregen.

Weltbestzeit in W 70

Beim 100-km-Lauf am 14. August in Leipzig hat Renate Hofmann (WV Wunstorf) in der Altersklasse W 70 eine neue Weltbestzeit aufgestellt. Mit 11:52:43 Stunden unterbot sie den alten Rekord um fast eine Stunde. Dies hat Antje Krause in LaufReport berichtet.

M 80 in Biel

Hans Behounek aus Pratteln (Schweiz), Jahrgang 1929,  hat die 100 km von Biel am 11./12. Juni 2010 in 17:11:46 Stunden zurückgelegt.

In Hamburg M 80 in 5:10

Beim Marathon in Hamburg am 25. April 2010 ist in M 80 eine sehr gute Zeit gelaufen worden: Dietrich Hohmann, Jahrgang 1926, legte die Strecke in netto 5:10:31 Stunden zurück.  

Der Marathon der Jungen und der Alten

Der Honolulu-Marathon am 13. Dezember 2009 hat sich abermals ein Marathon der ganz Jungen und der ganz Alten erwiesen. Insbesondere die Japaner benützen diesen für sie nahegelegenen Marathon dazu, ihre Kinder in die Marathonwelt einzuführen. Augenzeugen berichten davon, daß Zehn-bis Fünfzehnjährige  hier keine seltene Ausnahme seien. Doch auch das Feld der Betagten kann sich weltweit sehen lassen. Die Frauenliste der Altersklasse W 75 - 79 nennt 16 Namen, die der W 80 acht Namen. Die M 75 zählte 25 Teilnehmer, in der M 80 starteten 16 und in der M 85 nicht weniger als acht. Allerdings sind die Ausfälle ziemlich hoch gewesen. Der Amerikaner Warren Paley (M 85) lief die 42,195 Kilometer in netto 4:23:18 Stunden.  Hoch ist die Zahl der Über-sechs-Stunden-Läufer. Selbst der Letzte der etwas über 20 000 Finisher ist noch am Ziel erfaßt worden, er war über 14 Stunden unterwegs.  

Der Marathon der jung gebliebenen Alten

Der Berlin-Marathon am 20. September 2009 ist wieder auch eine Demonstration des Alterssports gewesen. Es haben teilgenommen: 133 Läufer im Alter von siebzig bis vierundsiebzig Jahren (beste Zeit: Gottfried Schäfers in 3:33:19 Stunden) sowie 8 Läuferinnen in F 70 (beste Zeit: Margot Heutschel 4:19:23), 12 Läufer in M 75 (beste Zeit: Ernst Wehrstedt in 4:13:23), 5 in M 80 (beste Zeit: 5:37:34) sowie 2 Läuferinnen in F 80 (beste Zeit:6:07:13). Der älteste Teilnehmer war entgegen den Angaben des OK und von Medienberichten der 86jährige Italiener Pietro Morisani (6:42:35), der den Marathon zusammen mit seiner achtzigjährigen Frau Livia im Walkingschritt zurücklegte.

Finish nach vierzig Jahren

Wenn ein Athlet erklärt, er beende nun seine Karriere, ist er gewöhnlich noch keine vierzig Jahre alt. Kürzlich hat ein Läufer angekündigt, nun werde er keinen Marathon mehr laufen. Wenn das Müller-Lüdenscheid äußert, interessiert das keinen Menschen. Doch die Ankündigung kam von einem Laufpionier, dem japanischen Läufer Keizo Yamada. Er wird 82 Jahre alt. Nach wie vor will er täglich laufen, gegenwärtig sind es 20 Kilometer; nur eben Marathon-Läufe will er nicht mehr bestreiten. In diesem Jahr ist er die letzten drei gelaufen.

Keizo Yamada ist einer der wenigen Hochleistungssportler, die ihren Sport, auch ihren Wettkampfsport, nicht aufgegeben haben. Yamada, geboren am 30. November 1927, lief 1949 seinen ersten Marathon und nahm 1952 an den Olympischen Spielen in Helsinki teil; den Marathon beendete er auf dem 26. Platz mit 2:38:11 Stunden. Im Jahr darauf gewann er den Boston-Marathon als erster unter 2:20, nämlich in 2:18:51 Stunden. Am Boston-Marathon hat er 19 Mal teilgenommen, zum letztenmal in diesem Jahr (6:16:56). Im Jahr 1956 siegte er im Fukuoka-Marathon in 2:25:15 Stunden. In der Altersklasse M 70 belegte er erste Plätze, seine schnellste Zeit war 3:27:31 Stunden im Jahr 2000. Den Fukuoka-Marathon lief er in diesem Jahr in 5:18:23 Stunden.

Nun meinte Keizo Yamada, jetzt sei es Zeit, sich vom Marathon zu verabschieden. Er werde jedoch weiter zu seinem Vergnügen und für seine Gesundheit laufen.

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: Bei Marathon-Zeiten über 6 Stunden wird man schon nachdenklich. Interessant ist für mich, daß der Spitzenläufer im Alter von 81 Jahren beim Boston-Marathon nur wenige Sekunden schneller war als ich, der Durchschnittsläufer, mit 82 Jahren beim Berlin-Marathon und beim Fukuoka-Marathon um eine Minute langsamer als ich mit 81 Jahren ebenfalls beim Berlin-Marathon. Sorgt das Alter für Angleichung?

Ein Dutzend in M und F 80

Beim New York City-Marathon am 1. November 2009 war die M 80 mit neun Läufern besetzt. Der älteste war Peter Harangozo aus New York, 88 Jahre alt; er legte die Strecke in 7:53:03 zurück. Der erste, Gerard Vigneron, Frankreich, brauchte 4:58:31 Stunden. In F 80 liefen drei Frauen, auf dem ersten Platz Bertha McGruder aus New York in 6:21:59 Stunden. 

Veröffentlichungen

www.laufreport.de    Sonntags Tagebuch,  Rezension "Born to run" von Christopher McDougall.